Sehnenscheidenengen

Sehnenscheidenengen
Bei den Sehnenscheidenengen werden folgende Verengungen unterschieden:
- der schnellende oder schnappende Finger bzw. Daumen (Tendovaginitis stenosans) 
- Verengungen im Bereich des I. Strecksehnenfaches Tendovaginitis stenosans de Quervain, nach Fritz De Quervain (Schweizer Chirurg 1868-1940) benannt

Die Ringbandverengung ist ein häufiges Krankheitsbild. Beuge-und Strecksehnen der Finger werden in sog. Sehnenscheiden geführt. Diese sind zusätzlich durch sog. Ringbänder gehalten, damit es zu einer Führung der Sehnen in der Hand bzw. an den Fingern kommt.

Durch eine chronische Überbeanspruchung mit einer chronischen Entzündung oder durch ältere Verletzungen oder im Rahmen einer rheumatischen Erkrankung kann es zu Verdickungen oder Veränderung im Sehnenscheidengleitgewebe kommen. Ferner verändern sich auch im Laufe eines Lebens die Sehnen. Außerdem können sich die Bänder selber auch verdicken.

Symptome
Es kommt zum Hängenbleiben des betroffenen Fingers im Bereich des Ringbandes und dadurch zu einem Reiben im Bereich des Ringbandes. Die Sehne wird dann mit einigem Kraftaufwand durch das relativ zu enge Ringband hindurch bewegt, und es kommt zu einem typ. Schnappen oder Schnellen des Fingers.

Bei Kindern gibt es dieses im Sinne eines angeborenen in Beugestellung gehaltenen Daumens, man spricht von einem sog. Pollex flexus congenitus.

Letzten Endes beruhen alle diese Veränderungen auf einem Missverhältnis zwischen dem Durchmesser der eigentlichen Sehne und dem Durchlass des Ringbandes.

Eine Sonderform stellt die Tendovaginitis stenosans de Quervain des 1. Strecksehnenfaches am Handgelenk dar. Durch dieses Sehnenfach verlaufen die Sehnen des Daumens: M. abductor pollicis longus und M. extensor pollicis brevis.

Als Ursachen kommen sich ständig wiederholende Bewegungen des Daumens in Frage, z. B. Aufschrauben von Deckeln, Kind oder Baby hochheben oder durch SMS-Schreiben. Oft ist es aber auch einfach eine Veranlagung.

Typische Symptome sind Schmerzen im Bereich der Unterarmseite in Verlängerung des Daumens, z. B. beim Drücken oder Zugreifen, ein Druckschmerz am Handgelenk mit einer Verdickung und einem positiven Finkelstein-Test (Harry Finkelstein 1865-1939).

Der Finkelstein-Test funktioniert folgendermaßen:

Der Daumen wird von der Faust umschlossen, also die Sehne passiv gedehnt. Dann wird die Hand in Richtung Kleinfinger abgewinkelt. Dabei wird ein Schmerz ausgelöst.


Konservative Therapie
Es kann vorübergehende Linderung durch abschwellende Maßnahmen oder durch Injektionen von Medikamenten wie z. B. Kortison kommen. Langfristig ist jedoch dadurch keine Heilung gegeben, da es sich ja um ein mechanisches Problem handelt.

 

Therapie
Als wirkliche Therapie kommt somit nur eine operative Therapie in Frage. Hierbei wird das zu operierende Ringband durch einen kleinen Schnitt aufgesucht und der Länge nach gespalten. Teile dieses verdickten Ringbandes werden entfernt und die Sehnenscheide auch teilweise entfernt, insbesondere wenn diese durch chronische Entzündung verdickt ist. Anschließend wird die Sehne in ihrer Beweglichkeit überprüft und die Wunde wieder vernäht. Es wird eine kleine Drainage eingelegt, damit das Wundwasser und das Blut ablaufen können. Wichtig ist eine umgehende Nachbehandlung durch aktive selbst durchgeführte Übungen mit vollständiger Streckung und Beugung des betroffenen Fingers.

Sollte es zu einem sog. Tendovaginitis stenosans de Quervain im Bereich des I. Strecksehnenfaches am Unterarm über der Speiche gekommen sein, wird das I. Strecksehnenfach durch einen Schnitt aufgesucht und gespalten. Häufig liegen hier auch anatomische Variationen vor, die ebenfalls gelöst werden müssen. Auch hier ist die umgehende Nachbehandlung durch aktive belastungsfreie Bewegungsübung notwendig. Ggf. ist auch die Verordnung von Krankengymnastik notwendig. Der Eingriff wird in der Regel ambulant durchgeführt.