Wartenberg-Syndrom

Benannt ist das „Wartenberg-Syndrom“ nach seinem Erstbeschreiber Robert Wartenberg, der es in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts beschrieben hat. Etwa 6-8 cm oberhalb des Griffelfortsatzes der Speiche verläuft der sensible oberflächliche Endast des Speichennervs, der sog. „Ramus superficialis nervus radialis“, zwischen den Sehnen des langen speichenseitigen Handgelenkstreckers (= „M. extensor carpi radialis longus“) und des Oberarmspeichenmuskels (= „M. brachioradialis“). Wird er dort durch den Rand der Sehne des M. brachioradialis irritiert, so wird dieses Krankheitsbild als „Wartenberg-Syndrom“ bezeichnet.

Die genaue Ursache ist leider noch unklar.

Als Ursache der Druckschädigung kommt folgendes beispielsweise in Frage:

  •  zu enge Uhrenbänder
  • Armbänder
  • Gipsverbände
  •  Handschellen

 

Die Zeichen und Symptome des Wartenberg-Syndroms
Ein Wartenberg-Syndrom kann mit folgenden Symptomen und Zeichen vergesellschaftet sein:

  •  Schmerzen speichenseitig und über der Streckseite des unteren Abschnittes des Unterarms, ausstrahlend in den speichenseitigen Handbereich, Verstärkung der Schmerzen bei Pronationsbewegung,
  • Sensibilitätsminderung über dem speichenseitigen Handrücken und der Streckseite des Daumens sowie des Zeigefingers,
  •  Druckschmerz im Bereich der Kompressionsstelle des Speichennervs und elektrisierendes Gefühl im Daumen und Zeigefinger bei Beklopfen dieser Kompressionsstelle,

Diagnostik
Eine elektrophysiologische Untersuchung durch einen Neurologen im Sinne einer sensiblen Neurographie kann weiteren Aufschluss über das Krankheitsbild geben.

Wichtig ist eine körperliche Untersuchung auf die oben genannten Symptome. Deshalb sollten Sie sich beim Verdacht in unserer Sprechstunde vorstellen.

 

Die Operationstechnik
Die Faszienverbindung zwischen dem langen speichenseitigen Handgelenkstrecker und dem Oberarmspeichenmuskel sowie die Unteramfaszie werden gespalten. Der oberflächliche Ast des Speichennervs wird dekomprimiert, d. h. von seinem Druck befreit und dargestellt. Dieser Eingriff wird stets in Oberarmblutleere und mit Lupenbrillenvergrößerung durchgeführt, um eine optimale Sicht und das bestmögliche Ergebnis zu gewährleisten. Zur Vermeidung einer Nachblutung wird eine Drainage eingelegt. Die Wundheilung beträgt etwa zwei Wochen. Im Anschluss einer ca. 3-wöchigen Ruhigstellung auf einer Gipsschiene (Cast) kann mit krangengymnastischen Übungen begonnen werden. Wichtig ist die konsequente Hochlagerung des betroffenen Armes zur Vermeidung oder Reduktion einer Schwellung. Die Hautfäden werden etwa 14 Tage nach der Operation entfernt.

 

Risiken und Komplikationen
Mögliche Risiken bzw. Komplikationen einer solchen Operation sind abhängig vom Schweregrad der Erkrankung. Diese können sich z. B. vertreibe von Gefühlsstörungen, wenn der Nerv schon sehr geschädigt war oder Funktionsausfälle oder in einer Narbenverdickung äußern. Zur Vermeidung vom Verbleib eines dauerhaften Taubheitsgefühls sollten Sie sich also frühzeitig operieren lassen.

 

Wann sollte operiert werden?
Bei anhaltenden nicht tolerablen Beschwerden besteht die Indikation zur schnellstmöglichen Operation mit Nervendekompression.

Schmerzen speichenseitig und über der Streckseite des unteren Abschnittes des Unterarms, ausstrahlend in den speichenseitigen Handbereich, Verstärkung der Schmerzen bei Pronationsbewegung,Sensibilitätsminderung über dem speichenseitigen Handrücken und der Streckseite des Daumens sowie des Zeigefingers,Druckschmerz im Bereich der Kompressionsstelle des Speichennervs und elektrisierendes Gefühl im Daumen und Zeigefinger bei Beklopfen dieser Kompressionsstelle,