Beugesehnenphlegmonen

Besonders schwere Infektionen an der Hand stellen die sog. Beugesehnenphlegmonen dar. Hierbei ist es zum Eindringen von Keimen in die Hand z. B. durch eine kleine Hautwunde oder Verletzung bei der Arbeit gekommen. Die Strukturen in der Hand sind wie Straßen organisiert, so dass es zu einem Ausbreiten z. B. entlang der sog. Beugesehnenscheiden kommen kann. Die Beugesehnenscheiden stehen untereinander in Verbindung, so dass es auch zu einem Übergreifen von einem Fingerstrahl auf andere Finger kommen kann. Man spricht dann von einer sog. V- oder W-Phlegmone, da diese v- oder w-förmig aussehen. Eine Phlegmone ist eine flächenhafte diffuse Entzündung des Gewebes, häufig verbunden mit einer Gewebeschwellung und Rötung. Ferner liegt meistens eine Druckschmerzhaftigkeit vor. Sollte es zu einer Phlegmone gekommen sein, ist eine umgehende operative Revision, das heißt ein Säubern im OP-Saal und entsprechende Einlagen von Drainagen notwendig.

Symptome:
Schmerzen, Überwärmung, Rötung und Schwellung sowie die Funktionseinschränkung sind die sog. Kardinalzeichen einer Entzündung. Dieses sind sog. Kardinalzeichen einer Entzündung. Die Ausbreitung der Entzündung kann soweit führen, dass es zu sog. fortgeleiteten Entzündungszeichen wie einer Schwellung und Rötung entlang der Lymphbahnen (Lymphangitis) (im Volksmund auch Blutvergiftung genannt) führen kann.

Die Patienten leiden zusätzlich unter allgemeinen Symptomen wie Fieber und Schüttelfrost sowie einer Reduzierung des Allgemeinzustandes. Hierbei ist dringender Handlungsbedarf gegeben.

Diagnostik:
Häufig werden kleine Verletzungen an der Hand nicht rechtzeitig erkannt bzw. durch den Patienten als Bagatelle abgetan. Die entsprechende antiseptische frühzeitige Behandlung ist jedoch wichtig. Sollte es zu einer Entzündung im Sinne eines Panaritiums oder einer Paronychie oder einer Phlegmone gekommen sein, sollten Sie sich umgehend in handchirurgische Behandlung begeben. Je später die Diagnose gestellt wird, desto ausgedehnter ist meist der Fortschritt der Entzündung, so dass dann radikalere OP-Methoden zum Einsatz kommen.

Diese Therapie besteht grundsätzlich in der operativen Sanierung und Entlastung von z. B. Flüssigkeitsansammlungen oder Eiter. Ein zerstörtes oder infiziertes Gewebe muss dabei radikal entfernt werden. Oft ist dann die Einlage von ausreichenden Drainagen notwendig. Hierbei sollte dann eine offene Wundbehandlung stattfinden und regelmäßig mit Handbädern die Wunden gereinigt werden. Eine begleitende stationäre intravenöse antibiotische Therapie wird zunächst breitbasig aufgestellt und je nach Abstrichergebnis auf den Wundkeim speziell zugeschnitten werden. Im Vorfeld werden knöcherne Begleitentzündungen röntgenologisch ausgeschlossen. Sollte es zu einer Mitbeteiligung eines Gelenkes oder des Knochens kommen, müssen ggf. auch antibiotische Substanzen wie z. B. ein Antibiotikumschwamm oder in Antibiotikum getränkte Ketten (PMMA-Ketten) eingelegt werden. In diesem Falle ist häufig ein weiterer Eingriff zur Korrektur der entstandenen Defekte bzw. Funktionsdefizite nach Abklingen der Entzündung notwendig.