Syndaktylie

Hierbei handelt es sich um eine angeborene Verwachsung zwischen zwei oder mehreren Fingern. Man unterscheidet eine häutige Syndaktylie von einer sog. knöchernen Syndaktylie. Hierbei können einzelne oder mehrere Fingerglieder miteinander verwachsen sein, zum Teil sind diese auch nur für einen Finger angelegt.

Ursache:
In der Entwicklung des Embryos wird zunächst eine Handknospe angelegt und aus dieser entwickelt sich später die Hand. Dabei werden die Finger erst später im Laufe der Entwicklung des Babys im Mutterleib getrennt. Diese Trennung ist bei der Syndaktylie ausgeblieben. Je nach Schwere ist entweder notwendig, nur die Hautbrücke zwischen den beiden betroffenen Fingern oder mehreren betroffenen Finger zu trennen oder, falls es zu einer knöchernen Verwachsung gekommen ist, auch den Knochen entsprechend zu trennen. Manchmal sind dann auch Transplantate von Haut, z. B. aus der Leistengegend, oder Knochentransplantate notwendig. Gegebenenfalls ist auch im Verlauf des Lebens eine weitere Narbenkorrektur bei dem späteren Wachstum notwendig. Hier sollten sie auch frühzeitig das Gespräch mit dem Handchirurgen suchen, da wir Ihnen zum bestmöglichen Zeitpunkt raten und die OP dann mit Ihnen planen können. Häufiger tauchen auch Syndaktylien an den Füßen in der Verbindung mit Syndaktylien an den Händen auf. Deshalb sollten die Füße auch untersucht werden.

Die Sonderform der gesamten Verwachsung aller Finger ist die sog. Löffelhand, die auch häufiger mit anderen Fehlbildungen des Körpers einhergeht. Hier sollte z. B. auf das Vorliegen eines sog. Apert-Syndromes untersucht werden.

Eine harmlose, aber nicht ganz seltene Fehlbildung an der Hand ist die sog. Polydaktylie. Hierbei kommt es zu einem überzähligen Vorliegen von gesamten Fingern oder Teilen eines Fingers oder einem doppelt angelegtem Finger/Daumen. Diese Fehlbildung kann auch die Füße betreffen. In Extremfällen kann es auch zu einer Verdoppelung der Fingerzahl im Sinne einer sog. Spiegelhand kommen. Häufig ist diese Veränderung auch mit Veränderungen der Elle und Speiche verbunden.

Oft kann das überzählige Fingerteil oder der doppelt angelegte Daumen durch eine Operation entfernt werden. Hierbei ist jedoch wichtig, ob die Gefäße und Nervenbündel regelrecht angelegt sind und ob der übrigbleibende Anteil des Fingers bzw. Daumens funktionsfähig ist. Hier gibt es verschiedengradige Ausprägungen. Zur Diagnostik sollte eine Röntgenaufnahme erfolgen.