Aktuelles und News

Stück für Stück den Daumen zurückerhalten - Patientin der Handchirurgie des St. Josef-Krankenhauses verzeichnet große Fortschritte

Heike Kalbitz zur Nachuntersuchung bei Dr. Andreas Klenner (Bild: Kerkmann).
Nach einem Jahr hat ihr Daumen wieder 4cm an Länge gewonnen (Bild: Lisa Kerkmann).

Heike Kalbitz fährt leidenschaftlich gern Motorboot. Vor einem Jahr passierte es dann beim Anlegen des elf Tonnen schweren Bootes: Bei hohem Wellengang geriet der Daumen von Heike Kalbitz zwischen Boot und Anlegestelle und wurde durch die enorme Krafteinwirkung abgetrennt. Trotz einer sofortigen Behandlung war es nicht möglich, den abgetrennten Daumen zu retten – der wichtigste Finger der Hand, der auch für alle alltäglichen Bewegungen und Arbeiten von höchster Bedeutung ist, schien verloren. 

In Sorge, dass die Funktion der Hand durch den Verlust des Daumens dauerhaft stark eingeschränkt bleibt, wendete sich die 51-Jährige an Dr. Andreas Klenner, Chefarzt der Handchirurgie im St. Josef-Krankenhaus Hamm-Bockum-Hövel. Nach eingehender Untersuchung war für den Handchirurgen klar, wie er seiner Patientin helfen konnte. Er befestigte in einer Operation eine speziellen "Schiene", die an einem der Mittelhandknochen befestigt ist. Mit der Spezialschiene ist es möglich, den noch verbliebenen Knochen am Daumenansatz zu strecken und somit den Daumen verlängern – ähnlich wie bei einer Verlängerung der Beine. 

„Alle alternativen Verfahren wären für die Patientin sehr unschön gewesen. So ist es beispielsweise üblich, den Zeigefinger an die ehemalige Stelle des Daumens zu setzen oder aber den zweiten Zeh an den Daumenstumpf zu transplantieren. Dadurch treten natürlich an anderer Stelle Beeinträchtigungen auf“, weiß der Handspezialist Klenner. „Dementsprechend ist mit dem jetzt eingesetzten Verfahren in diesem Fall für die Patientin ein gutes Ergebnis mit nur wenigen Beeinträchtigungen in der Zukunft zu erwarten. Letzten Endes muss man aber immer individuell schauen, welche Lösung für den Patienten am besten ist.“ 

Mit dem Ergebnis ist Heike Kalbitz mehr als zufrieden. „Innerhalb eines Jahres habe ich vier Zentimeter meines Daumens zurückerlangt. Das hätte ich nie erwartet“, freut sie sich. "Ich fange an, den im Kopf schon abgehakten Daumen im Alltag wieder einzusetzen." Den Fortschritt der Therapie kann sie dabei selbst mitbestimmen: Mit einem Inbusschlüssel kann sie die Vorrichtung weiter drehen und den Knochen somit selbst strecken. „Es ist natürlich praktisch, dass ich dafür nicht ständig den Arzt aufsuchen muss“, erklärt Heike Kalbitz die praktischen Vorteile des Verfahrens. 

Und auch Chefarzt Klenner ist optimistisch, dass noch ein paar Millimeter dazugewonnen werden können, mit denen sich die Lebensqualität seiner Patientin Stück für Stück weiter verbessert.


Neuartiges Prothesenmodell erstmalig in Hamm implantiert

Alexander Riedel (rechts) stellt sich zur Nachuntersuchung bei Dr. Klenner (links) vor.

Eigentlich wollte Alexander Riedel nur den Rasen mähen – eine Alltagssituation, doch schon wenige Minuten später fand er sich in der Notaufnahme eines Krankenhauses wieder, da er sich beim Messerwechsel verletzt hatte. Seine Diagnose: Defekte Strecksehne des rechten Zeigefingers und ein geöffnetes Gelenk. Nach einer Sehnenrekonstruktion folgte dann eine Arthrose. Für den 42-Jährigen ein großes Problem, denn Riedel ist Holzmechaniker und benötigt für seine Arbeit viel motorisches Feingefühl.

Kurz darauf meldete sich Riedel in der Handchirurgie des St. Josef-Krankenhauses. Nach einigen Voruntersuchungen entschied sich Chefarzt Dr. med. Andreas Klenner, ein neues Prothesenmodell zu implantieren, das Vorteile für die Belastbarkeit an bestimmten Fingergelenken bietet. Das neue Gelenk kann knochensparend implantiert werden und wächst fest in den Knochen ein. Es ist dem Design der Kniegelenksprothesen nachempfunden, allerdings für die Implantation am Mittelgelenk der Finger entsprechend angepasst. Mit der neuen Prothese bleibt die Beweglichkeit am Fingergelenk erhalten und gleichzeitig ist das Gelenk beim Greifen stabil. Das konnten bisherige Prothesen nicht leisten.

„Die capflex-Prothese ist eine Weiterentwicklung von Fingergelenksprothesen. Ich habe mich nun dazu entschlossen, diese neue Prothese in ausgewählten Fällen zu verwenden. Da die Implantation der Prothese auf kleinstem Raum erfolgen muss, ist ein sehr hohes Maß an Präzision erforderlich.“ Nach einer umfangreichen Fortbildungs- und Vorbereitungszeit, unter anderem in Amsterdam, hat Chefarzt Klenner nun erfolgreich mit der Verwendung der Prothese begonnen.

Zehn Wochen nach der Operation ist Alexander Riedel auf einem sehr guten Weg. Bereits jetzt hat er wieder Beweglichkeit erlangt und dank der besonderen Prothese auch deutlich mehr Seitenstabilität. Noch diesen Monat wird er seine Arbeit wieder aufnehmen können.


Mehr Beweglichkeit für die menschliche Hand

Chefarzt Dr. Andreas Klenner präsentiert gemeinsam mit Heiner Kemper und Andreas Welz die Schiene „Pneumanus“.

In diesem Jahr findet am 01. März bundesweit erstmals der „Tag der Hand“ statt. Auf Initiative der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie e.V.  (DGH) soll damit ein Bewusstsein für die Komplexität der menschlichen Hand geschaffen und auf die oft schwerwiegenden Folgen, die Handverletzungen nach sich ziehen können, hingewiesen werden.  

Die häufigsten Ursachen von Verletzungen sind Arbeitsunfälle, Sport- und Freizeitverletzungen. Allerdings können auch andere Erkrankungen Probleme an der Hand hervorrufen, so z. B. Arthrose, Rheuma, Fehlbildungen oder –stellungen. „Viele Patienten sind sich nicht darüber im Klaren, wie elementar die Handfunktion für die Bewältigung des Alltags, der Arbeit oder für Freizeitaktivitäten ist“, sagt Dr. med. Andreas Felix Klenner, Chefarzt der Klinik für Handchirurgie, Mikrochirurgie und plastische Wiederherstellungschirurgie des St. Josef-Krankenhauses Hamm-Bockum-Hövel.

Zum bundesweit ersten Tag der Hand hat Klenner ganz besondere Neuigkeiten. Nach jahrelanger Forschungs- und Entwicklungsarbeit stellt der Chefarzt der Handchirurgie gemeinsam mit seinem ehemaligen Patienten Heiner Kemper und Andreas Welz, Inhaber der Kemper & Welz GmbH,  die Schiene „Pneumanus“ vor. Kempers Erfindergeist und Klenners Expertise mündeten letztendlich in der Entwicklung der Schiene. In Zusammenarbeit mit Andreas Welz, der gemeinsam mit Heiner Kemper die Firma für die technische Entwicklung und Vertrieb gründete, kann die Spezialschiene nun bereitgestellt werden. Pneumanus ist eine Handschiene, die eine schonende Aufdehnung von Fingern ermöglicht, die in der Streckung eingeschränkt sind. Es handelt sich dabei um die Kombination einer verstellbaren Schiene mit aufblasbarem Luftdruckpolster und Manschette, die durch spezielle Materialien und eine gute Druckverteilung einen hohen Tragekomfort bietet.  Der Vorteil zu bisherigen Schienen: Es handelt sich um ein nicht-invasives Produkt, so dass keine Drähte oder Schrauben mittels Operation eingesetzt werden müssen und es können dann mit Pneumanus auch hochgradige Beugekontrakturen behandelt werden.

„Die Schiene bietet dem Patienten individuelle Einstellungsmöglichkeiten“, erläutert Klenner. „Je nach Beweglichkeit und Schmerzempfindlichkeit können Krafteinwirkung und Schiene dem Beugungszustand angepasst werden. Das wird durch ein aufblasbares Luftpolster und einen kleinen Hebel zum Verstellen des Schienenwinkels an der Seite der Manschette gewährleistet.“

Die Einsatzgebiete sind vielfältig: Pneumanus wird zur Verbesserung der Ausgangsbedingungen vor einer Operation oder aber in der Nachbehandlung nach Operationen bei Beugekontrakturen, zum Beispiel beim sogenannten Morbus Dupyutren, bei Verletzungen der Innenhand oder nach Infektionen zur Strecklagerung eingesetzt. Ein derartiges Produkt war bislang auf dem Markt nicht verfügbar.

Die menschliche Hand ist ein Wunderwerk: Sie besteht aus 27 Einzelknochen, zahlreichen Sehnen, Bändern, Nerven und Muskeln – und das auf engstem Raum. Motivation genug für Dr. Klenner, nicht nur die Patienten, die sich bei ihm in Behandlung befinden,  zu helfen, sondern der gesamten Bevölkerung eine bessere Beweglichkeit der Hand zu ermöglichen – mit Pneumanus. In Deutschland liegt das Patent für die Neuentwicklung bereitsvor, auf europäischer Ebene wurde es beantragt. Auf dem diesjährigen Kongress der Europäischen Gesellschaften für Handchirurgie (FESSH) in Kopenhagen vom 13.-16.06.2018 wird Pneumanus auch erstmals der europäischen handchirurgischen Fachwelt vorgestellt. Weitere Informationen unter www.pneumanus.com

 

 

Aktuelles in der Retroperspektive

Patientendienstag XL am 20.1.2015

Update Handchirurgie:
Morbus Dupuytren Männersache, Polyarthrose Frauensache

  • Termin: Dienstag, 20.1.2015, 17.30 Uhr
  • Ort: St. Josef-Krankenhaus Hamm-Bockum-Hövel, Konferenzraum der Verwaltung (Nebengebäude)
  • Anmeldung: nicht erforderlich, der Eintritt ist kostenfrei
  • Programmablauf

Patientendienstag XL im St. Josef-Krankenhaus: Plastische Chirurgie an der Hand

  • Termin: 04. April 2017, 17:30 Uhr
  • Referenten: Chefarzt Dr. med. Andreas Klenner und Team, Klinik für Handchirurgie, Mikrochirurgie und plastische Wiederherstellungschirurgie des St. Josef-Krankenhauses Hamm-Bockum-Hövel
  • Veranstaltungsort: St. Josef-Krankenhaus Hamm-Bockum-Hövel, Konferenzraum der Verwaltung
  • Gebühr: der Eintritt ist kostenfrei
  • Anmeldung: nicht erforderlich
  • Download: Programm

Umzug der Handchirurgie in das St. Josef-Krankenhaus Hamm-Bockum-Hövel

Am Montag, 6. Oktober, nimmt die Abteilung für Handchirurgie im St. Josef-Krankenhaus Hamm-Bockum-Hövel den Betrieb auf. Vorausgegangen sind vier Umzugstage, in denen von der Medizintechnik bis zum Bürostuhl alles verlagert worden ist.

Wenn eine gesamte medizinische Fachabteilung den Standort wechselt, ist eine logistische Meisterleistung gefragt - insbesondere bei fortlaufender Patientenbetreuung. „Bei laufendem Klinikbetrieb umzuziehen ist eine Herausforderung“, erklärt der Chefarzt der Handchirurgie, Dr. Andreas Klenner. „Das Wohlergehen unserer Patienten muss stets oberste Priorität haben.“ So ist während der gesamten Umzugsphase die Notfallbetreuung kontinuierlich gewährleistet. Damit möglichst wenig Patienten mit umziehen müssen, wurde die Operationsplanung bereits im Vorfeld entsprechend ausgerichtet. lesen Sie weiter


Der Unfallchirurg 2014

A.F.Klenner· A.H.Towfigh· K.Klenner
Verletzungen des Sattelgelenks und posttraumatische Rhizarthrose

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